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Amateurfunk-Sendevorschriften (CN/US/JP/DE/EU)

Lizenz, Band und Leistung vor dem Betrieb.

Warum zuerst Compliance

Die meisten hier behandelten Geräte können senden, doch Sende­rechte und Bänder sind gesetzlich streng geregelt. Senden ohne Lizenz, außerhalb zugelassener Bänder oder in Sperrzonen verursacht Störungen und rechtliche Folgen. Dies ist ein Überblick — die aktuelle Regel prüft man bei der lokalen Behörde.

Kurzübersicht nach Region

RegionBehördeLizenzklassenPräfixKernpunkte
ChinaMIIT (CRAC)Klasse A / B / CB (z. B. BG7BAG)Typzulassung + Stationslizenz + Rufzeichen
USAFCC (Part 97)Technician / General / ExtraK / N / W / AA–ALVE-Prüfungen, kein Morse
JapanMIC (JARL)Amateur 4./3./2./1. KlasseJA / JF / JH…Giteki-Pflicht; 50-MHz-Band; 4 Klassen
DeutschlandBNetzA (DARC)Klasse A / Klasse EDLA mit HF; E nur VHF/UHF; neue N-Klasse (2024)
Europa/CEPTJe Staat (ANFR/Ofcom…)National + CEPTNationale PräfixeECC(05)06 kurzfristig

China

  • Behörde: MIIT; CRAC koordiniert Prüfungen.
  • Zertifikate: Klasse A (Einsteiger, meist über 30 MHz, ≤25 W), B (teilw. HF, ≤100 W), C (alle Bänder, ≤1000 W).
  • Station: Sendegeräte brauchen Typzulassung (CMIIT ID); Privatstationen brauchen Stationslizenz und zugewiesenes Rufzeichen (B-Präfix).
  • Verboten: Senden ohne Lizenz, nicht zugelassene Geräte, Erweiterung von Bereich/Leistung, nicht genehmigte Relais.

USA

  • Behörde: FCC nach 47 CFR Part 97.
  • Klassen: Technician (Einsteiger, meist VHF/UHF), General (mehr HF), Extra (voll). Kein Morse; Prüfungen durch Volunteer Examiner (VE).
  • Rufzeichen: K / N / W und AA–AL.
  • Leistung: meist bis 1500 W PEP (bandabhängig).
  • Verboten: Senden ohne Lizenz, Überleistung, schädliche Störungen.

Japan

  • Behörde: Ministerium für Inneres (MIC); JARL ist der Verband.
  • Lizenz: Amateurfunker 4./3./2./1. Klasse (höher = mehr Bänder/Leistung) plus Stationslizenz.
  • Rufzeichen: JA / JF / JH / JK / JL / JM.
  • Geräte: mit Giteki-Kennzeichen; Import prüfen.
  • Verboten: Senden ohne Lizenz, nicht konforme Geräte ohne Lizenz.
  • Giteki (Technische Konformität): Funkgeräte in Japan brauchen das Giteki-Kennzeichen. Auslandsmodelle (z. B. Baofeng/Quansheng) haben es oft nicht und dürfen nicht lizenzfrei betrieben werden. Besucher nehmen den eigenen Schein mit und klären Leih-/Ausleihformalia.
  • Klassen & Rechte: 4. Klasse nur VHF/UHF, ≤10 W, Telefonie; 3. Klasse ab 21 MHz oder unter 8 MHz, ≤25 W (Telegrafie); 2. Klasse inkl. HF, ≤200 W; 1. Klasse alle Bänder, ≤500 W. Die 4.-Klasse-Prüfung braucht kein Morse.
  • 50 MHz (6 m) ist in Japan ein stark genutztes primäres Amateurband (ITU-Region 3); auch 144 / 430 / 1200 / 2400 MHz.
  • Rufzeichen: JA0–JA9 (10 Bezirke) plus Okinawa-Sonderfälle (JR6 u. a.); JR/JS/7J/8N für Sonder-/Club-/Regionalrufzeichen. Japan ist ITU-Region 3.
  • Größe: Japan gehört zu den größten Funkerkreisen weltweit — JARL-Mitglieder über 100.000 und hunderttausende Stationslizenzen (jeweils laut JARL/MIC aktuell).

Deutschland

  • Behörde: BNetzA (Bundesnetzagentur); DARC e.V. ist der Verband.
  • Lizenz: Klasse A (alle Bänder inkl. HF, bis 750 W PEP) und Klasse E (nur VHF/UHF und Teil 70 cm, ≤100 W PEP, kein Morse).
  • Rufzeichen: DL-Präfix.
  • Geräte: EU/deutsche Regeln (CE-Kennzeichen).
  • Lizenzklassen (neue Klasse N 2024): Klasse N (Neu, 2024) — nur 2 m / 70 cm, ≤10 W PEP. Klasse E hat zusätzlich etwas HF (10 m, 80 m, 6 m mit 25 W u. a.), ≤100 W PEP. Klasse A — alle Amateurbänder, ≤750 W PEP. Prüfung durch BNetzA; kein Morse.
  • Bänder (laut AFuV / DARC-Bandplan): 2 m 144–146 und 70 cm 430–440 für alle Klassen (N 10 W / E 100 W / A 750 W); 10 m 28.000–29.700 (E/A); die meisten HF-Bänder (40/30/20/17/15/12 m) nur Klasse A — E hat nur wenig (10 m, 80 m, 6 m). 6 m 50.080–51.000 (A voll / E 25 W / N keine).
  • 70 cm (430–440 MHz) Vorsicht: nahe Funkortungs- und Satellitendiensten — DARC-Bandplan beachten (432–438 MHz vorwiegend Satellit/Relais). Das 4-m-Band (70 MHz) verlor Ende 2025 die E-Klassen-Zeitgenehmigung; nur Klasse A hat seit Juni 2024 Dauerzugang.
  • Rufzeichen: DL plus DA–DR. CEPT / ECC(05)06 erlaubt Kurzzeitbetrieb in Mitgliedsstaaten. Deutschland ist ITU-Region 1.
  • Größe: Ende 2025 61.105 persönliche Amateurfunklizenzen; DARC-Mitglieder 2024 etwa 31.623 (in 20 Jahren ~36 % weniger). Senden ohne Lizenz, Überleistung oder schädliche Störungen drohen Bußgeld, Lizenzentzug, Anzeige.

Europa und CEPT

  • Die EU hat kein einheitliches Amateurfunkgesetz; jedes Land regelt (BNetzA, ANFR, Ofcom).
  • CEPT / ECC: ECC-Empfehlung (05)06 erlaubt HAREC-Inhabern Kurzzeit­betrieb in anderen Staaten (meist mit Slash-Präfix).
  • Das UK nutzt nach Brexit Foundation / Intermediate / Full.

Allgemeine Regeln

⚠
  • Lizenz zum Senden: fast überall zuerst nötig.
  • Zugelassene Bänder: nur im Amateurband; keine fremden Parameter übernehmen.
  • Kein Modding/Freischalten: Firmware zum TX-Freischalten oder Verstärker sind meist illegal.
  • Keine Störungen: Luftfahrt, Seefunk, BOS meiden; bei Störung sofort stoppen.
Kann ich ohne Lizenz funken?
Hören ja; senden braucht fast überall eine Lizenz. Länder haben licence-freie Bänder (US FRS/GMRS, EU PMR446), doch das ist nicht der Amateurdienst.
Kann ich kaufen und sofort senden?
Nein. Lokale Legalität, eigene Lizenz, Gerätegrenzen und Leistungs­band­grenzen prüfen.
Geht das im Ausland?
In CEPT-Staaten kurzzeitig mit der Heimatlizenz (ECC 05/06); sonst vorher prüfen.
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